Teileliste Umbau Fahrwerk Erfahrungen nach 2 Jahren

Umbau der vorderen Bremsanlage auf 322 x 32 mm Scheiben:

Der Porsche 968, ob CS oder nicht, hat serienmäßig auf der Vorderachse eine 298 x 28 mm große ungelochte Scheibe. Diese wird von einem Vierkolben-Festsattel in die Zange genommen. Im Sattel arbeiten je zwei 36 mm und 40 mm große Kolben.
Wenn die Option M030 mit an Bord ist, sind auf der Vorderachse 304 x 32 mm große Scheiben zum Einsatz. Auch die Kolben in den Sätteln sind größer dimensioniert mit 36 mm und 44 mm.
Die M030 Scheiben sind, im Gegensatz zu den serienmäßigen, rundum gelocht .
Die Bremsleistung der normalen Bremsanlage ist gut, bei Dauerbelastung auf der Rennstrecke stößt diese jedoch relativ schnell an ihre Grenzen.

In den ersten zwei Jahren waren wir öfters auf dem Hockenheim- und Nürburgring unterwegs.
Schnell hat sich die Originale Bremse als Spaßbremse betätigt. Die Lösung mit gelochten Scheiben (von Zimmermann mit ABE), Sportbremsbelägen (Ferodo, auch mit ABE) und einer hoch Temperatur Bremsflüssigkeit war zwar ein einigermaßen standfeste, aber doch wartungsintensive Lösung.

Als ich dann in der Winterpause 2003/2004 ein gebrauchtes M030 Fahrwerk ergattern konnte stand die Entscheidung fest auch die Bremsanlage anzugehen.


Die Wahl viel auf 322 x 32 mm Scheiben vom 964 turbo und die dazu passenden schwarzen Sättel vom 928 GTS. Die 993 turbo Sättel sind baugleich mit den 968 GTS, jedoch rot und ein paar Euro teurer.
Ein Problem war nur, dass der Umbau andere Achsschenkel und Radnaben voraussetzt.

Warum?

Ohne M030 sind die Bremssättel axial mit dem Achsschenkel verschraubt, die Sättel vom 928 GTS jedoch radial.

Neue Achsschenkel und Radnaben sind jedoch sehr teuer, eine Anfrage bei Freisinger hat folgendes ergeben:

Somit war für mich klar, es müssen gebrauchte Teile her, da diese Teile (normal) keinem Verschleiß unterliegen, sollte dies kein Problem sein. Es ist jedoch sehr schwer diese Teile von einem 968 mit M030 zu bekommen.

Es gibt wohl auch eine Adapter Lösung um die radial verschraubten Sättel zu befestigen, dies war für mich jedoch keine Alternative.

Warum? schaut hier!

Die Suche wurde vereinfacht da der 944 turbo S (250 PS Version) baugleiche Teile im Radhaus spazieren fährt. So bin ich dann bei dem Porsche Teile Händler ATN fündig geworden.

Allerdings mit Scheiben und Sättel, aber zum Glück gibt's ja eBay, hier haben die Teile einen neuen Besitzer gefunden.

Als ich alle Teile in der Garage liegen hatte war ich gespannt ob alles zusammenpasst. Das Risiko war jedoch gering, da bekannte 968 Fahrer diesen Umbau schon durchgeführt haben.

Den Einbau habe ich selbst vorgenommen, als Spezialwerkzeug wird lediglich ein Spurgelenkabzieher und ein Federspanner benötigt.

Lediglich das Anschlusskabel der Belaganzeiger war zu kurz, ansonsten haben alle Teile perfekt zusammengepasst. Danke an Porsche für die Gleichteile-Strategie, die Teileliste gibt's hier.


Erfahrungen nach zwei Jahren :

Mittlerweile habe die die große Bremse ausgiebigen Stresstest auf verschiedenen Rennstrecken unterzogen und das Resultat ist eindeutig. Standfest auch bei über 30°C Außentemperatur und etlichen Runden auf dem Bremsenmordenden Hockenheimring.
Was ich jedoch nicht erwartet habe ist die Haltbarkeit der Komponenten. Die Beläge halten im Schnitt 6-8 Tkm und nach den 3. Belagwechsel waren die Scheiben fällig. Hier hätte ich mir mehr erhofft.

Momentan habe ich den 6. Belag auf der großen Bremse, neben Serienbelägen von Porsche habe/hatte ich auch Zubehör Beläge von Textar und so genannte Sportbeläge von EBC und Ferodo probiert.
Die normalen Beläge hatten zur Folge, dass das Bremspedal unter Dauerbelastung ein wenig weich wurde. An der Bremsflüssigkeit lag es nicht, hier hatte ich erst die Racing Blue von ATE (gibt's nicht mehr) und mittlerweile die extrem teure Castrol SRF, im Auto.
Edit: die Racing Blue von ATE gibt es wieder unter den Namen: ATE Super Blue Racing
Die Sportbeläge hatten dieses Problem nicht jedoch hatte ich mit den EBC Green Stuff das Problem der Verglasung . Die Folge war so gut wie keine Bremswirkung, um in den ABS Bereich zu kommen musste ich drücken wie ein Ochse. Da noch genügen Belag vorhanden war habe ich die Beläge jeweils ein Mal abgeschliffen . Dies hatte aber nur eine kurzfristige Verbesserung gebracht. Die EBC Green Stuff haben mir durch die Verglasung die Scheiben beschädigt.
Ein Ähnliches, wenn auch nicht so ausgeprägtes Bild, zeigte sich mit den Ferodo . Diese haben, wenn sie schön warm waren, jedoch wieder richtig gut gezogen, nur kalt waren sie nicht brauchbar.

Auch die EBC Red Stuff konnten mich nicht überzeugen. Ein Mal auf der Rennstrecke gewesen geigte sie ein ausgesprochenes schlechtes Kaltbremsverhalten. Warm war die Bremsleistung ok aber kalt eine Zumutung und Sicherheitsrisiko.

So fahre ich nun wieder Original Porsche 928 GTS Beläge und muss nunmehr sagen. Für mich der beste Kompromiss und völlig legal.



Serien Bremse mit gelochetr Zimmermann Scheibe

Flexibler Bremsschlauch bis an den Sattel

Radnabe ohne Scheibe

abgezogene Spurstange

Dieses Gelenk im Querlenker macht öffters Probelme beim 968

Achsschenkel mit axialer Bremssattelaufnahme (Serie)

Achsschenkel mit radialer Bremssattelaufnahme (M030)

Zwischenlösung
944 turbo S

Ankerwirkung durch
322 mm Scheibe

Wenn schon denn schon: Stahlflexleitung

Stahlleitung vom Sattel zum Federbein

Größenverkleich Bremssättel

Größenvergleich Bremsscheiben

Druckregelventil => mehr Druck für die Hinterachse
(das sitzt im rechten Kotflügel vor der Spritzwand)

Teileliste